BinMinder Ratgeber Österreich
Problemstoffe und Sondermüll in Österreich richtig entsorgen
Farben, Batterien, Medikamente, Altöl: In jedem Haushalt fallen Abfälle an, die weder in den Restmüll noch in eine Wertstoffsammlung gehören. In Österreich heißen sie Problemstoffe, und für sie gibt es eigene Sammelwege — von der Schadstoffsammelstelle über das Problemstoffmobil bis zur Rückgabe im Handel. Dieser Ratgeber erklärt, was dazuzählt und wohin es gehört.
Was zählt zu den Problemstoffen?
Problemstoffe — häufig auch Sondermüll oder Schadstoffe genannt — sind Abfälle aus dem Haushalt, die gefährliche Inhaltsstoffe enthalten und bei falscher Entsorgung Mensch, Umwelt und Entsorgungsanlagen belasten. Typischerweise gehören dazu:
- Farben, Lacke und Lösungsmittel: flüssige Farbreste, Verdünner, Leime und Harze samt verschmutzter Gebinde.
- Chemikalien: aggressive Reiniger, Entkalker, Abflussreiniger, Foto- und Poolchemikalien sowie Pestizide und Pflanzenschutzmittel.
- Batterien und Akkus: von der Knopfzelle bis zum Laptop-Akku.
- Leuchtmittel: Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren und LED-Lampen — sie enthalten Elektronik beziehungsweise Quecksilber.
- Medikamente: abgelaufene oder nicht mehr benötigte Arzneimittel.
- Öle: Speiseöl in größeren Mengen, Motorenöl und andere Mineralöle.
- Kleinigkeiten mit Giftstoffen: Quecksilberthermometer, Asbesthaltiges und mit Chemikalien verschmutzte Putzlappen oder Pinsel.
Erkennbar sind Problemstoffe meist an den Gefahrensymbolen auf der Verpackung — Flamme, Totenkopf, Ätzwirkung oder Umweltsymbol. Was ein solches Symbol trägt, gehört nicht in den Restmüll.
Problemstoffsammlung, Mistplatz und Problemstoffmobil
In Österreich gibt es für Problemstoffe je nach Bundesland und Gemeinde drei etablierte Wege. Der einfachste ist der Mistplatz — in Wien die Mistplätze der MA 48: Dort werden Problemstoffe aus Haushalten kostenlos und ganzjährig angenommen, meist mit einer Mengenbegrenzung pro Besuch. In ländlichen Regionen übernehmen das die Schadstoffsammelstellen der Abfallwirtschaftsverbände.
Für Haushalte ohne Auto fahren viele Gemeinden das Problemstoffmobil: Ein Sammelfahrzeug hält an festgelegten Terminen an wechselnden Standorten — im Abfallkalender der Gemeinde steht, wann es in deiner Nähe ist. Manche Regionen holen Problemstoffe auf Anmeldung sogar direkt am Haus ab. Wichtig ist überall: Abfälle im Originalgebinde, gut verschlossen und beschriftet abgeben — unbekannte Mischungen dürfen die Sammelstellen oft nicht annehmen.
Batterien, Lampen und Medikamente: die Sonderwege
Für drei Fraktionen musst du gar nicht zur Sammelstelle. Batterien und Akkus nimmt jeder Handel zurück, der Batterien verkauft — die Sammelboxen stehen an Supermarktkassen, in Drogerien und Elektromärkten, die Abgabe ist gratis. Lithium-Akkus am besten mit abgeklebten Polen abgeben, das verhindert Brände in den Sammelboxen.
Medikamente gehören in die Apotheke: Österreichs Apotheken nehmen Altmedikamente kostenlos zurück und führen sie einer kontrollierten Verbrennung zu. Nicht in den Restmüll und schon gar nicht in die Toilette — Wirkstoffe überstehen die Kläranlage und landen im Grundwasser. Energiesparlampen und LEDs gelten als Elektrokleingeräte: Jede Verkaufsstelle ist zur Rücknahme verpflichtet, auch ohne Neukauf — klassische Glühbirnen und Halogenlampen dagegen dürfen in den Restmüll.
Altöl, Farben und Chemikalien aus Werkstatt und Hobby
Motorenöl aus dem eigenen Ölwechsel gehört zurück zum Händler: Wer Öl verkauft, muss Altöl in der gekauften Menge kostenlos zurücknehmen — den Kaufbeleg also aufheben. Speiseöl sammelst du am besten in einer verschließbaren Flasche und gibst es am Mistplatz ab; kleine Reste dürfen in vielen Gemeinden gut verpackt in den Restmüll. Öl gehört niemals in den Abfluss — ein Liter verunreinigt bis zu einer Million Liter Wasser.
Bei Farbresten gilt: Angetrocknete, restentleerte Farbeimer dürfen je nach Gemeinde in den Restmüll, flüssige Reste sind Problemstoff. Wer größere Mengen gut erhaltener Farbe übrig hat, verschenkt sie oft über Kleinanzeigen, bevor sie entsorgt werden muss. Ausgewaschene Pinsel und Rollen kommen in den Restmüll, das Waschwasser lösungsmittelhaltiger Farben dagegen zur Problemstoffsammlung.
Warum Problemstoffe niemals in den Restmüll gehören
Der Restmüll wird in Österreich verbrannt — und Problemstoffe belasten dabei die Anlagen, die Asche und die Filter. Batterien können im Müllwagen und in der Verbrennung Brände auslösen, Chemikalien gefährden die Beschäftigten in der Abfallwirtschaft, Quecksilber und Schwermetalle verteilen sich über Asche und Filterstäube. Deshalb nehmen die Abfallwirtschaftsverbände Problemstoffe aus Haushalten kostenlos entgegen — der richtige Sammelweg ist nicht nur sicherer, sondern auch gratis.
Den genauen Standort deiner Schadstoffsammelstelle und die Termine des Problemstoffmobils findest du im Abfallkalender deiner Gemeinde oder auf der Website des zuständigen Abfallwirtschaftsverbands. Und damit du die regulären Abfuhrtage von Restmüll, Biotonne und Gelbem Sack nie wieder verpasst, schickt dir BinMinder eine kostenlose Erinnerung am Vorabend.
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