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Biotonne richtig nutzen: Was darf rein?

Die Biotonne nimmt alles auf, was kompostiert werden kann — Küchenabfälle und Gartenabfälle. Doch die Spielregeln unterscheiden sich von Kommune zu Kommune, und gerade im Sommer wird die Tonne zur Herausforderung. Dieser Ratgeber erklärt, was hineingehört, was nicht, und wie Geruch und Maden keine Chance haben.

Was darf in die Biotonne?

Die goldene Regel: Alles, was von Natur aus verrottet und weder behandelt noch versiegelt ist. In der Praxis bedeutet das für den Haushalt:

  • Küchenabfälle: Obst- und Gemüsereste, Kartoffel- und Eierschalen, Kaffeesatz, Teefilter und -beutel (ohne Klammern), Brotreste, Backwaren und Schnittblumen.
  • Gartenabfälle: Rasenschnitt, Laub, Hecken- und Strauchschnitt, Unkraut, vertrocknete Topfpflanzen und klein geschnittene Äste.
  • Sonstiges: Federn, Haare, unbedruckte Küchenpapierhandtücher und kleine Mengen zerknülltes, unbeschichtetes Papier als Saugmaterial.

Kleine Zweige und dickere Reste zerkleinerst du am besten vorher, damit sie in der Kompostierungsanlage schnell genug verrotten. Erde gehört nur in kleinen Restmengen an Wurzeln hinein — ganze Blumentopf-Erde überfordert die Anlage.

Was gehört nicht in die Biotonne?

Die wichtigste Falle: Kompostierbare Plastikbeutel gehören in den meisten Kommunen NICHT in die Biotonne. Auch wenn auf der Tüte „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“ steht — die Anlagen durchlaufen ihre Rotte in wenigen Wochen, die Beutel brauchen deutlich länger. Sie werden ausgesiebt und landen am Ende im Restmüll, nur auf dem Umweg über die Biotonne. Nutze stattdessen Zeitungspapier oder Papiertüten.

  • Gekochtes Fleisch, Fisch und Knochen: je nach Kommune erlaubt oder verboten — der örtliche Abfallkalender oder die Bioabfallsatzung gibt Auskunft. Manche Anlagen dürfen tierische Abfälle aus hygienischen Gründen nicht annehmen.
  • Niemals: Asche, Staubsaugerbeutel-Inhalt, Windeln, Tierkot und Katzenstreu, Zigarettenreste, behandeltes Holz und Flüssigkeiten wie Öl oder Soßen.
  • Auch nicht: Korken aus Kunststoff, Obstaufkleber aus Plastik und Bastschnur aus Synthetik.

Tipps gegen Geruch und Maden

Geruch und Maden entstehen vor allem durch zwei Faktoren: Feuchtigkeit und stehen gelassene Speisereste bei Wärme. Dagegen hilft ein einfaches Bündel an Gewohnheiten. Lege den Boden der Tonne mit Zeitungspapier oder Pappe aus — das saugt Feuchtigkeit auf. Wickle nasse Küchenabfälle in Zeitungspapier, statt sie lose hineinzuwerfen, und leere die Küchenbiotonne alle ein bis zwei Tage.

Stelle die Tonne im Sommer möglichst in den Schatten und halte den Deckel immer geschlossen — Fliegen legen ihre Eier nur ab, wenn sie an die Abfälle kommen. Leere die Tonne nach jeder Leerung kurz mit dem Gartenschlauch aus und lass sie trocknen; ein Spritzer Essigessenz oder eine Schicht Gesteinsmehl am Boden neutralisiert Gerüche. Sollten doch einmal Maden auftauchen: Die Tonne komplett entleeren, mit Essigwasser auswischen und eine dicke Lage Zeitungspapier auf den Boden legen.

Die Biotonne im Winter

Im Winter droht ein anderes Problem: Nasse Abfälle frieren am Boden und an den Wänden fest — die Tonne lässt sich dann nicht mehr vollständig leeren, und die Müllabfuhr darf sie stehen lassen. Abhilfe schafft eine dicke Lage Zeitungspapier oder Pappe am Boden, die du regelmäßig erneuerst. Wickle nasse Küchenabfälle konsequent ein und streue bei Frost notfalls etwas Vogelsand oder Sägespäne zwischen die Schichten.

Halte außerdem den Deckel schnee- und eisfrei, damit er sich öffnen lässt. Und keine Sorge, wenn die Tonne im Winter halb leer bleibt: Ohne Gartenabfälle sammelt sich deutlich weniger an — der Rhythmus der Abfuhr bleibt trotzdem gleich, also nicht vergessen, sie trotzdem rauszustellen. Übrigens: Viele Kommunen vergeben den fertigen Kompost aus ihren Anlagen im Frühjahr kostenlos oder günstig an Bürger — ein guter Grund, die Biotonne ganzjährig sauber zu befüllen.

Woran erkenne ich, was meine Kommune erlaubt?

Ob gekochtes Fleisch, Windeln aus Naturfasern oder kompostierbare Beutel erlaubt sind, entscheidet die örtliche Bioabfallsatzung — sie hängt davon ab, wie die Kompostierungsanlage deiner Region arbeitet. Den verbindlichen Stand findest du im Abfallkalender deiner Stadt oder auf der Website des Abfallwirtschaftsbetriebs. Und damit du den Abfuhrtag der Biotonne nie wieder verpasst, schickt dir BinMinder eine kostenlose Erinnerung am Vorabend.

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