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BinMinder Ratgeber Schweiz

Wertstoffe sammeln: Papier, Karton, PET, Aluminium und Glas

Die Schweiz gilt als Recycling-Weltmeisterin — und das liegt vor allem am Bring-System: Wer trennt, entsorgt die meisten Wertstoffe kostenlos und schont gleichzeitig den teuren Gebührensack. Dieser Ratgeber erklärt, wie Papier, Karton, PET, Aluminium und Glas richtig gesammelt werden und wo die Fallen lauern.

Papier und Karton: getrennt und gebündelt

Papier und Karton werden in der Schweiz in zwei getrennten Sammlungen entsorgt — was im Alltag oft verwechselt wird. Zur Papiersammlung gehören Zeitungen, Zeitschriften, Briefe, Prospekte, Bücher ohne Umschlag und Schreibpapier. Zur Kartonsammlung gehören Versandkartons, Verpackungskarton und Wellpappe — flach gefaltet, damit sie wenig Platz brauchen.

In den meisten Gemeinden gibt es regelmässige Abfuhrtermine: Papier und Karton werden mit Schnur gebündelt — nicht in Plastiksäcke gepackt — und am Abfuhrmorgen an den Strassenrand gestellt. Alternativ nehmen die Container an Sammelstellen beides jederzeit entgegen. Stark fettverschmutzte Pizzaschachteln und Backpapier sind nicht recyclingfähig und gehören in den Kehricht; Getränkekartons wie Tetra Pak laufen je nach Gemeinde über die Kartonsammlung oder eine eigene Sammlung im Detailhandel.

PET: Nur Getränkeflaschen gehören in die Sammlung

Die PET-Sammlung ist eine Schweizer Erfolgsgeschichte: Über 80 Prozent der Getränkeflaschen werden recycelt, die Container stehen in praktisch jedem Supermarkt und an vielen Sammelstellen. Doch die wichtigste Regel wird oft übersehen: In die PET-Sammlung gehören ausschliesslich PET-Getränkeflaschen — erkennbar am aufgeprägten PET-Logo im Dreieck am Flaschenboden.

Keine PET-Getränkeflaschen sind dagegen Flaschen für Öl, Essig, Shampoo, Duschgel oder Reinigungsmittel sowie Becher, Schalen und Folien. Diese stören den Recyclingprozess, der Getränkeflaschen im geschlossenen Kreislauf wieder zu neuen Flaschen verarbeitet. Sie gehören in den Kehricht oder — wo es sie gibt — in die Kunststoffsammlung: Immer mehr Gemeinden und Detailhändler nehmen inzwischen auch andere Kunststoffverpackungen separat zurück. Flaschen vor der Abgabe kurz ausspülen und platt drücken, der Deckel darf draufbleiben.

Aluminium, Weissblech und Glas

Aluminium lohnt sich besonders: Die Wiederaufbereitung braucht nur fünf Prozent der Energie der Neuproduktion. Dosen, Tuben, Alufolie und -schalen sowie Kaffeekapseln kommen in den Alu-Container — Kapseln wegen des Kaffeerests am besten in den speziellen Sammelbeuteln des Detailhandels. Weissblech — Konservendosen, Kronkorken und Konservendeckel — wird getrennt davon gesammelt; die Container stehen meist nebeneinander, oft am selben Standort wie die Glassammlung.

Altglas wird nach Farben getrennt: Weissglas, Grünglas und Braunglas haben je eigene Container, denn nur farbgetrenntes Glas lässt sich zu neuen Flaschen schmelzen. Deckel und Verschlüsse vorher abschrauben — sie gehören zu Weissblech beziehungsweise Aluminium. Trinkgläser, Fensterglas, Spiegel, Porzellan und Keramik gehören dagegen nicht in den Glascontainer: Sie haben andere Schmelzpunkte und machen ganze Ladungen unbrauchbar. Kleinere Mengen davon kommen in den Kehricht, grössere zur Sammelstelle.

Sammelstellen und Container: So funktioniert das Bring-System

Anders als in Nachbarländern mit Wertstofftonnen setzt die Schweiz stark aufs Bringen: An praktisch jedem Einkaufsstandort stehen Container für PET, Glas, Aluminium und Weissblech, und jede Gemeinde betreibt eine Sammelstelle — je nach Region Ökihof, Werkhof oder Recyclingzentrum genannt. Dort werden zusätzlich Metallschrott, Elektrogeräte, Batterien, Styropor und oft auch Grüngut und Sperrgut entgegengenommen, die meisten Wertstoffe kostenlos.

Dass das Trennen kostenlos ist, hat System: Die Gemeinden haben ein eigenes Interesse daran, Wertstoffe aus dem teuren Kehricht herauszuhalten. Grüngut und Papier kosten in der Verwertung nur einen Bruchteil der Verbrennung — deshalb ist in vielen Kantonen ausdrücklich verboten, sie im Gebührensack zu entsorgen. Wer trotzdem Grüngut im Kehricht abgibt, zahlt also nicht nur doppelt, sondern verstösst gegen das Abfallreglement.

Beachte die Öffnungszeiten: Die Container an Läden sind rund um die Uhr zugänglich, die kommunalen Sammelstellen haben dagegen feste Zeiten, oft nur ein paar Nachmittage pro Woche plus Samstagvormittag. Elektrogeräte und Batterien müssen übrigens gar nicht zur Sammelstelle — jede Verkaufsstelle ist zur kostenlosen Rücknahme verpflichtet, auch ohne Neukauf.

Warum sich das Trennen in der Schweiz lohnt

Die Wertstoffsammlungen sind für Haushalte gratis — finanziert über vorgezogene Recyclinggebühren, die bereits im Kaufpreis enthalten sind, und über den Verkauf der Rohstoffe. Jede PET-Flasche, jedes Bündel Papier, das getrennt entsorgt wird, bleibt dem bezahlten Gebührensack fern. Wer konsequent trennt, kommt mit deutlich weniger Kehricht aus — bei einem Sackpreis von zwei bis drei Franken rechnet sich das schnell.

Papier- und Kartonabfuhr folgen dabei dem Gemeindekalender, und die Termine unterscheiden sich selbst zwischen Nachbarquartieren. Damit du nie wieder mit dem Papierbündel vor geschlossener Abfuhr stehst, schickt dir BinMinder eine kostenlose Erinnerung am Vorabend.

Nie wieder einen Abfuhrtermin verpassen

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Kostenlose Erinnerungen an die Abfuhrtermine

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