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BinMinder Ratgeber Schweiz

Grüngut richtig entsorgen: Was darf rein?

Rasenschnitt, Laub, Heckenschnitt und Gemüsereste: In der Schweiz werden Garten- und oft auch Küchenabfälle getrennt als Grüngut gesammelt und zu Kompost oder Biogas verarbeitet. Was genau erlaubt ist, entscheidet jedoch jede Gemeinde selbst — dieser Ratgeber erklärt die Grundregeln und die wichtigsten Unterschiede.

Was gehört ins Grüngut?

Die Grundregel ist einfach: Hinein gehört alles, was von Natur aus verrottet und unbehandelt ist. Für den Garten bedeutet das:

  • Gartenabfälle: Rasenschnitt, Laub, Hecken- und Strauchschnitt, Unkraut, vertrocknete Blumen und Topfpflanzen sowie klein geschnittene Äste und Zweige.
  • Pflanzliche Reste: Obst- und Gemüsereste aus dem Garten, Fallobst und Weintrauben-Trester.
  • Erde in kleinen Mengen: Erde, die an Wurzeln haftet, ist in Ordnung — ganze Blumenerde gehört je nach Gemeinde separat zur Sammelstelle oder in kleinen Portionen dazu.

Dickere Äste und Baumschnitt zerkleinerst du am besten vorher, damit sie in der Kompostierungsanlage schnell genug verrotten. Viele Sammelstellen nehmen grobes Astgut separat entgegen — daraus wird Hackschnitzel für Heizungen.

Küchenabfälle: je nach Gemeinde erlaubt

Der grösste Unterschied zwischen den Gemeinden betrifft die Küche. Viele Schweizer Gemeinden sammeln Küchenabfälle zusammen mit dem Grüngut und führen sie einer Vergärungsanlage zu, die Biogas und Kompost produziert. Erlaubt sind dann meist Obst- und Gemüseschalen, Kaffeesatz samt Filter, Teebeutel, Eierschalen, Brotreste und — in vielen Regionen — auch gekochte Speisereste, Fleisch und Fisch.

Andere Gemeinden sammeln ausschliesslich Gartenabfälle, weil ihre Anlage tierische Abfälle aus hygienischen Gründen nicht verarbeiten darf. Dort gehören Speisereste in den Kehricht oder in den eigenen Kompost. Der verbindliche Stand steht im Abfallkalender oder im Abfallreglement deiner Gemeinde — ein Blick lohnt, denn Fehlwürfe können dazu führen, dass die Grünguttonne stehen bleibt.

Was gehört nicht ins Grüngut?

Die wichtigste Falle: Beutel aus sogenannt kompostierbarem Kunststoff gehören in den meisten Gemeinden nicht ins Grüngut. Auch wenn „biologisch abbaubar“ daraufsteht — die Anlagen verrotten das Material in wenigen Wochen, die Beutel brauchen deutlich länger und werden ausgesiebt. Benutze stattdessen Papiersäcke aus dem Detailhandel oder Zeitungspapier.

  • Niemals: Plastik jeder Art, Katzenstreu und Tierkot, Windeln, Asche, Staubsaugerbeutel-Inhalt und Zigarettenreste.
  • Behandeltes Holz: lackierte, gebeizte oder imprägnierte Hölzer, Spanplatten und Gartenmöbel sind kein Grüngut, sondern gehören zur Sammelstelle oder ins Sperrgut.
  • Flüssigkeiten: Öl, Soßenreste und Suppen verklumpen das Gut und stören die Rotte — besser mit Küchenpapier aufsaugen und in den Kehricht.

Abfuhr, Container oder Sammelstelle: die kantonalen Modelle

Wie Grüngut entsorgt wird, unterscheidet sich in der Schweiz stark. In Städten und Agglomerationen gibt es meist eine regelmässige Grüngutabfuhr: Du stellst dein Gebinde — Grünguttonne, -container oder offizielle Papiersäcke — am festgelegten Tag an den Strassenrand. In der Gartensaison wird oft wöchentlich gefahren, im Winter seltener oder gar nicht.

In ländlichen Regionen dominiert das Bring-System: Die Gemeinde betreibt eine Grüngutsammelstelle oder einen Container-Standort, wo Anwohner ihr Gartenabfallgut kostenlos oder gegen eine Jahresgebühr abladen. Für grössere Mengen vermitteln viele Gemeinden Grüngutcontainer zur Miete, die nach dem Befüllen abgeholt werden. Und wer einen Garten hat, kann einen Teil selbst kompostieren — Rasenschnitt und Laub sind dafür ideal, während gekochte Speisereste auf dem offenen Kompost Ratten und Füchse anlocken.

Die Kosten folgen demselben Verursacherprinzip wie beim Kehricht, nur deutlich günstiger: Abfuhrgebühren und offizielle Grüngutsäcke kosten einen Bruchteil des Gebührensacks, und die Abgabe an der kommunalen Sammelstelle ist in vielen Gemeinden für Haushaltsmengen ganz gratis. Grüngut im Kehricht zu entsorgen ist dagegen in den meisten Kantonen untersagt — und macht den teuren Sack nur unnötig schwer.

Tipps für sauberes Grüngut im Alltag

Gegen Geruch und Maden in der Sommerhitze hilft dasselbe Bündel an Gewohnheiten wie überall: nasse Küchenabfälle in Zeitungspapier einwickeln, den Behälter im Schatten aufstellen, den Deckel geschlossen halten und den Boden mit einer Schicht Pappe oder grobem Schnittgut auslegen. Leere den Küchenbehälter alle ein bis zwei Tage und spüle ihn regelmässig aus.

Denke auch daran, den Behälter rechtzeitig bereitzustellen — gerade im Frühling, wenn die Gartensaison beginnt und die Abfuhrintervalle wieder kürzer werden. Damit du den Grünguttermin deiner Gemeinde nie wieder verpasst, erinnert dich BinMinder mit einer kostenlosen Erinnerung am Vorabend.

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